Zurückfinden

In den späteren Jahren
ist der Schnee eine Last
bedrohliche Unbill
Stolperstein
im reibungslosen Ablauf der Dinge

Man sehnt den Frühling herbei
schaudert ob der Kälte
und verwünscht die frühe Dunkelheit

Doch eines Morgens
verzaubert Sonnenlicht
die frisch verschneite Landschaft
und du entdeckst
Schönheit

Auf leisen Sohlen
nähert sich Freude
über die
Abweichung vom Alltäglichen
die lautlose Eleganz
der tanzenden Flocken
die Verwandlung

Und wenn du
für einen Augenblick
zurückfinden kannst
zur Winterfreude des Kindes
dann baust du
wenn keiner hinsieht
einen Schneemann
und dein Herz lächelt

Christine Ruppert © 2013

4 Antworten auf „Zurückfinden“

  1. „Die lautlose Eleganz der tanzenden Flocken“ – das ist es, worauf ich jedes Jahr warte und mich jedes Jahr freue. Dank dafür, dass Du mein (Vor-)Freude in Worte gefasst hast.
    Silvia

    1. Liebe Silvia!
      Danke für Deinen Kommentar!
      Wie schön mit Dir die Erfahrung zu teilen, dass hinter den alltäglichen Dingen und den Erscheinungen der Natur, die uns umgeben mehr steckt, als wir auf den ersten Blick wahrnehmen. Poesie ist eine Möglichkeit dieser Dimension von Transzendenz auf die Spur zu kommen…
      Ich wunsche Dir auch jetzt im herannahenden Frühling viele Anlässe zur Freude beim gang durch die Natur!
      Herzliche Grüße
      Christine

  2. Heute Morgen, beim Lesen des neuen Textes, hat auch mein Herz gelächelt. Danke!
    Muss man sich zur Lesung Deiner eigenen Texte im März anmelden oder kann man einfach kommen? Lieben Gruß von Stadt zu Stadt Hannelore

    1. Liebe Hannelore!
      Danke für Deinen Kommentar. Das freut mich!
      Zur Lesung am 12.3. kann man einfach spontan kommen. Es ist keine Anmeldung erforderlich.
      Liebe Grüße Christine

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