Damals im Sommer

Nackte Füße in Sandalen
Freiheit   Träume
Wolkenbilder
Eiscreme und Comics im hohen Gras

Indianerzelt und Waldesrauschen
Abends lange auf
Schulfrei
bis zum Horizont

Christine Ruppert © 2020

Oleandermeditation

Wie ein Liebesgruß
des Lebens
wie eine Umarmung
leuchtet
deine Blütenfülle
in meinem Tag
Oleander

Du erzählst mir
von Freude
von Hingabe
von überfließender Gegenwart

Lange
taucht mein Blick
in dein rosenfarbenes Meer

Staunend
ahne ich

auch ich bin schön
bin lebendig
geliebt
auch ich

Christine Ruppert © 2019

Veröffentlichung

Liebe Leser*innen,
in der aktuell am Kiosk erhältlichen BILD der FRAU, Nr. 25/ 12.Juni 20,
ist mein Gedicht Im Schwimmbad erschienen, sehr schön illustriert mit einem Gemälde von T.S. Harris. Ich freue mich darüber!

Frei

Eingekerkert
ich
schmerzgefesselt
umstellt von Ängsten

weckt mich
mitternächtlich
der Engel

zeigt mir
Wege
als ob
ich träumte


(inspiriert von Apostelgeschichte 12, 6-17)

Christine Ruppert © 2020

Frühlingstrost II

Vogelgesang tönt herznah
Blätter grünen tröstlich mir vom Leben
Jeder Baum spricht mir Mut zu

Hoffnung
blüht mir entgegen

Christine Ruppert © 2020

Schützenstraße, Düsseldorf-Stadtmitte

Ich gehe durch das Schweigen der Häuser
Den Menschen
weiche ich aus
Blicke begegnen mir
unsicher

Ich gehe durch das Schweigen der Straße
halte mich
an das Grün der Bäume

an den Boden unter meinen Füßen
der trägt
Schritt für Schritt

Christine Ruppert © 2020

Wie den Tag beginnen?

Nackt
wirft mich die
Nacht verwirrender Träume
ans Land
des neuen Morgens
Bloß
stehe ich vor dem Spiegel
und sehe mein
fröstelndes Ich
im Sog der Sorgendämmerung

Wie den Tag beginnen?

Ich warte
dass ein Ton mich findet
singe
und hoffe
öffne mich einen Spalt breit
für das Licht
Ich spüre
Du bist da
Du hüllst mich ein
in Deinen Mantel aus Liebe

Christine Ruppert © 2017

Auferstehung

Das Licht des Morgens nach einer bangen Nacht.
Der Jubel der Seele, wenn die Angst weicht.
Die Weite im Herzen, wenn Zuversicht wächst.
Die Erleichterung, wenn Unheil vorübergeht.
Die Dankbarkeit, wenn Wege sich aufzeigen.
Das Wort der Versöhnung nach einem bitteren Kampf.
Die zärtliche Umarmung nach langer Trennung.
Das Lied der Erlösung, inmitten des Lebens.
Die Gewissheit am Grab: Er ist nicht hier.
Die Macht der Liebe, die den Tod besiegt.

Christine Ruppert © 2007

Einladung zum gemeinsamen Gebet

Liebe Leser*innen!

Meine Kirchengemeinde hat eine Aktion gestartet, die ich gerne weitersagen möchte:
Es wird dazu eingeladen, in diesen schwierigen Zeiten jeden Tag
um 12 Uhr (und/oder 18 Uhr) den Psalm 121 zu beten – jede/r für sich, wissend, dass viele andere mitmachen. Jede/r spricht diese Worte dann sich und zugleich auch den anderen zu und durch die Kraft des Gebetes sind wir miteinander in Hoffnung verbunden.

Psalm 121
Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.
Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht.
Siehe, der Hüter Israels schläft und schlummert nicht.
Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.
Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.
Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit!